23 Dezember 2019

Gold – Warten auf den Ausbruch

1. Rückblick

Seit dem Hoch bei 1.557 US-Dollar am 4.September 2019 befindet sich der Goldpreis in einer Korrektur. Diese fällt bislang relativ moderat aus und wird primär über die Zeitachse gespielt. Die Bären konnten die Notierungen im Tief vorübergehend lediglich bis auf 1.445 US-Dollar drücken. Angesichts der vorangegangenen Rally von 1.265 bis auf 1.557 US-Dollar ist der Rückgang mehr als überschaubar und vollkommen gesund. Während die Korrektur vor allen im September noch für eine gewisse Volatilität sorgte, hat sich die tägliche Handelsspanne in den letzten Wochen auf ein absolutes Minimum reduziert. Kurz vor den Feiertagen bewegt sich der Goldpreis teilweise weniger als 5 US-Dollar am Tag.

Insgesamt konnte Gold die Unterstützungszone zwischen 1.440 und 1.460 US-Dollar sowie die mittlere Trendlinie innerhalb des größeren Aufwärtstrendkanals bislang relativ problemlos verteidigen.

2. Chartanalyse Gold in US-Dollar

Gold Wochenchart 23.12.2019

Quelle: Tradingview

Auf dem Wochenchart konsolidiert der Goldpreis seit Anfang November meist knapp unterhalb der mittleren Trendlinie des August 2018 gültigen Aufwärtstrendkanals. Die gesamte Korrekturbewegung seit Anfang September 2019 ist damit bislang äußerst überschaubar ausgefallen. Gleichzeitig wurde die überkaufte Lage in den letzten dreieinhalb Monaten komplett ins Gegenteil verkehrt, so dass der Stochastik Oszillator nun mit einem vielversprechenden Kaufsignal aufwartet. Ähnlich wie im Mai ist damit die Grundlage für eine mehrwöchige bzw. mehrmonatige Aufwärtsbewegung geschaffen worden. Es fehlt jedoch bislang der Ausbruch über die Abwärtstrendlinie, welche im Bereich zwischen 1.480 bis 1.490 US-Dollar noch als Widerstand fungiert. Kommt es in den nächsten Tagen oder Wochen zum erfolgreichen Ausbruch, wäre sofort Anstiegspotenzial bis zum oberen Bollinger Band (1.535 US-Dollar) freigeschaltet.

Insgesamt ist die Korrektur bzw. Konsolidierung auf dem Wochenchart bereits weit vorangeschritten. Ein Ausbruch über 1.485/1.490 US-Dollar dürfte den unterbrochenen Aufwärtstrend wieder aufnehmen und schnell zu Kursen im Bereich um 1.535 US-Dollar führen. Um darüber hinaus auch neue Hochs oberhalb von 1.557 US-Dollar erreichen zu können, müssten sich die Bullen allerdings gehörig ins Zeug legen.

Gold Tageschart 23.12.2019

Quelle: Tradingview

Nach einer wochenlangen Seitwärtsphase spitzt sich die Lage auf dem Tageschart langsam, aber sicher zu. Obwohl die Tageschwankungen zuletzt auf ein absolutes Minimum gefallen sind, scheint der Goldpreis unmittelbar vor dem Ausbruch über die Abwärtstrendlinie der letzten Monate zu stehen. Zu dem auch an dieser Stelle erwarteten „tiefen“ Ausverkauf zurück bis an die 200-Tagelinie (1.413 US-Dollar) ist es bislang nicht gekommen. Vielmehr lassen die engzusammengezogenen Bollinger Bänder schon in Kürze einen Squeeze, also eine Druckentladung bzw. eine größere Bewegung, erwarten.

Zusammengefasst ist ein Ende des lethargischen Kursverhaltens und vermutlich auch der monatelangen Konsolidierung in Kürze absehbar. Gelingt dem Goldpreis der Befreiungsschlag über 1.485/1.490 US-Dollar, sind schnell Kurse bis in den Bereich 1.520 US-Dollar zu erwarten. Von dort fehlen bis zum Jahreshoch nur knapp 35 US-Dollar.

3. Terminmarktstruktur Gold

Gold CoT Terminmarkt 23.12.2019

Quelle: CoT Price Charts

Am Terminmarkt gibt es seit Anfang Juli im Grunde genommen kaum eine Veränderung. Seit dem Ausbruch über 1.400 US-Dollar halten die kommerziellen Händler eine exorbitant große Shortposition auf den Goldfuture. Diese kumulierte Netto-Shortposition bewegt sich um die Marke von 300.000 Kontrakten und betrug am letzten Dienstag bei einem Goldpreis von 1.475 US-Dollar genau 318.619 leerverkaufte Kontrakte. Damit wetten die Profis weiterhin auf einen deutlichen Preisrückgang am Goldmarkt.

Trotz der erfolgten Preiskorrektur von knapp 110 US-Dollar konnte oder wollte das „smart money“ in den letzten Monaten jedoch nur in sehr überschaubarem Maße seine Leerverkäufe wieder eindecken. Damit drohen dem Goldpreis weitere massive Preisrückgänge, denn halbwegs akzeptabel wird die kommerzielle Shortposition eigentlich erst ab einer Größenordnung unterhalb von ca. 100.000 leerverkauften Kontrakten. Um diese Niveaus zu erreichen, müsste der Goldpreis wohl mindestens bis auf 1.380 – 1.350 US-Dollar zurückfallen.

Gold Hedger Position 23.12.2019

Quelle: Sentimenttrader 

Insgesamt liefert der CoT-Report nach wie vor ein klares Verkaufssignal. Die Bereinigung des Terminmarktes hat bislang nicht stattgefunden und wird früher oder später nur über eine deutliche Preiskorrektur geschehen.

4. Sentiment Gold

Sentiment Gold 23.12.2019

Quelle: Sentimenttrader

Die Sentimentwerte zeichnen derzeit eine eher neutrale bis minimal zu optimistische Stimmung für den Goldmarkt. Eine zu hohe Erwartungshaltung liegt also nicht vor. 

5. Saisonalität Gold

Gold Saisonalität 23.12.2019

Quelle: Sentimenttrader

Mit Blick auf die saisonale Komponente hat der Goldpreis noch ca. zwei Monate mit grünen Vorzeichen vor sich. In der Regel kommt es frühestens ab Ende Februar/Anfang März, oft sogar erst ab April zu deutlichen Preisrückgängen, welche sich bis in den Frühsommer hinziehen können.

Im Januar und Februar stehen die Chancen für einen steigenden Goldpreis also basierend auf dem Durchschnitt der vergangenen 40 Jahre statistisch betrachtet recht gut.

6. Bitcoin gegen Gold

Bitcoin vs Gold 23.12.2019

Quelle: XE

Für einen Bitcoin muss man derzeit 4,83 Unzen Gold bezahlen. Andersherum gesagt kostet eine Feinunze Gold aktuell 0,20 Bitcoin.

Im größeren Bild befindet sich der Bitcoin gegen Gold nach wie vor in einem Abwärtstrend. Das letzte Hoch des Bitcoin/Gold-Ratio lag im Juni deutlich unter seinem Wert vom Dezember 2017. Solange Bitcoin diesen Abwärtstrend nicht brechen kann, wird sich Gold besser als der Bitcoin entwickeln.

Grundsätzlich sollte man in beiden Asset-Klassen investiert sein. D.h. mindestens 10% und maximal 25% seines Gesamtvermögens sollte man in Edelmetalle (primär physisch) anlegen, während man in Kryptos und vor allem im Bitcoin mindestens 1% und maximal 5% halten sollte. Wer sich mit den Kryptowährungen und Bitcoin sehr gut auskennt, kann individuell sicherlich auch wesentlich höhere Prozentzahlen in Bitcoin allokieren. Für den normalen Anleger, der natürlich vor allem in Aktien und Immobilien investiert ist, sind 5% im hochspekulativen und hochvolatilen Bitcoin aber schon sehr viel.

7. Fazit und Empfehlung

Die Korrektur beim Goldpreis hat in den letzten dreieinhalb Monaten primär über die Zeitachse stattgefunden. Zuletzt konnte sich der Goldpreis langsam und zäh wieder Richtung 1.480 US-Dollar nach oben schieben. Bis auf die miserable Lage am Terminmarkt spricht nun eigentlich fast alles für einen Ausbruch nach oben und damit zumindest im 1.Quartal 2020 für steigende Goldpreise. Gelingt der Sprung über die Abwärtstrendlinie (ca. 1.485 – 1.490 US-Dollar) wäre der Weg in Richtung 1.520 und später 1.550 US-Dollar wohl frei. Auf der Unterseite sollte die Marke von 1.460 US-Dollar idealerweise nicht mehr unterschritten werden. Längerfristig betrachtet fehlt der seit August 2018 laufenden Aufwärtsbewegung nach wie vor das parabolische Finale! 

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

Kostenloser Newsletter

 

 

Autor: CelticGold.eu

Unsere Gold und Silber Produktempfehlung:

Feingewicht: 31.10 g
Feinheit: 999.9 / 1000
Land: Großbritannien
Prägestätte: The Royal British Mint
Verpackung: Einzeln in Tüte, 10 in Tube
Erhaltungsgrad: Neuware - Unzirkuliert
Feingewicht: 31,10 gr
Reinheit: 999,9 / 1000
Land: Australien
Prägestätte: The Perth Mint
Verpackung: Einzeln in Beutel, 25 in Tube
Masterbox: 250
Erhaltungsgrad: Neuware, Stempelglanz
Steuer: Steuerfrei gem. Artikel 17(1)3 Estn. UStG
Älter Bitcoin – Korrektur immer noch nicht ausgestanden! Neuer Bitcoin – Trendwende vollzogen