24 Oktober 2019

Gold – Die Entscheidung rückt näher

1. Rückblick

Seit dem 3.September befindet sich der Goldmarkt in einer korrektiven Phase, die bislang vor allem für eine Verschiebung weg von einem klar trendigen Markt hin zu einem verwirrenden und schwierigen Seitwärtsmarkt gesorgt hat. Zwar ist der Goldpreis in der Spitze zwischenzeitlich von 1.557 US-Dollar bis auf 1.460 US-Dollar zurückgekommen, insgesamt kann man diesen Preisrückgang angesichts der zuvor erfolgten Anstiege bislang aber als eher mild bezeichnen.

Nach einer scharfen Erholung bis auf fast 1.520 US-Dollar hat es sich der Goldpreis in den letzten drei Wochen zwischen 1.480 und 1.500 US-Dollar bequem gemacht. Die tägliche Handelsspanne ist deutlich kleiner geworden und die Volatilität befindet sich dementsprechend auf dem Rückzug. Die Notierungen laufen seitwärts und lassen einen eindeutigen Trend vermissen. Vermutlich handelt es sich hier aber nur um die Ruhe vor dem Sturm.

2. Chartanalyse Gold in US-Dollar

Gold-Wochenchart 24.10.2019

Quelle: Tradingview 

Auf dem Wochenchart läuft der Goldpreis seit August 2018 in einem großen Trendkanal. Dieser bietet nach oben aktuell Platz bis ca. 1.585 US-Dollar. Auf der Unterseite würden die Notierungen erst unterhalb von 1.460 US-Dollar in die untere Hälfte des Trendkanals rutschen. Die Konsolidierung im Juli fand genau um diese mittlere Trendkanallinie statt. Eigentlich müsste sie nun halten und die Notierungen wieder nach oben katapultieren.

Mit dem Rücksetzer in den letzten Wochen wurde die überkaufte Lage beim Stochastik Oszillator bereinigt. Ein neues Kaufsignal liegt hier aber noch nicht vor. Theoretisch hätte der Oszillator noch jede Menge Platz bis zur überverkauften Zone. Eine antizyklische Chance liegt daher im großen Bild derzeit sicherlich nicht am Goldmarkt vor.

In der Konklusion ist der Wochenchart noch mit „leicht bullisch“ zu bewerten. Das nächste Kursziel liegt bei 1.585 US-Dollar.

Gold Tageschart - 24.10.2019

Quelle: Tradingview 

Auf dem Tageschart hat sich in den letzten Wochen ein symmetrisches Dreieck entwickelt. Die immer kleiner werdende Handelspanne ist ein typisches Verhalten je weiter sich die Notierungen in die Spitze eines Dreiecks hineinbewegen. Gleichzeitig ziehen sich die Bollinger Bänder immer weiter zusammen, während die Stochastik ebenfalls seitwärts in einem Dreieck konsolidiert. 

Früher oder später wird diese Konstellation mit einem Paukenschlag aufgelöst werden. Dabei ist die Richtung der kommenden Bewegung vorläufig unklar.  Grundsätzlich kann das Dreieck sowohl nach oben als auch nach unten aufgelöst werden. Der etablierte Aufwärtstrend spricht aber eher für eine Auflösung nach oben. In diesem Fall könnte der Goldpreis relativ schnell bis ca. 1.585 US-Dollar ansteigen.

Können sich hingegen die Bären durchsetzen, dürfte nicht nur die mittlere Aufwärtstrendlinie (ca. 1.460 US-Dollar) in den Blickpunkt rücken. Vielmehr wird dann auch ein Abverkauf bis zur steigenden 200-Tagelinie (1.378 US-Dollar) sehr wahrscheinlich.

Momentan ist der Tageschart neutral. Die Bullen gewinnen mit Kursen oberhalb von 1.510 US-Dollar die Oberhand, während die Bären sich unterhalb von 1.480 US-Dollar und insbesondere unterhalb von 1.460 US-Dollar durchgesetzt hätten.

3. Terminmarktstruktur Gold

Gold Cot Report 23.20.2019

Quelle: CoT Price Charts

Die Terminmarktstruktur hat sich in der Korrekturphase bislang in einem überschaubaren Maße verbessert. So haben die kommerziellen Händler ihre kumulierte Netto-Shortposition von 345.145 auf „nur noch“ 288.275 leerverkaufte Goldterminkontrakte um knapp 16,5% zurückgefahren. Insgesamt liegt diese Shortposition aber im langfristigen Vergleich gefährlich hoch und klar über dem gesunden Mittel. Früher oder später werden die Profis hier Kasse machen wollen. Dazu benötigen Sie jedoch deutlich tiefere Goldpreise.

Bislang haben auf der anderen Seite die großen spekulativen Anleger (primär trendfolgende Hedgefonds) lediglich geringe Gewinnmitnahmen getätigt. Nur wenn es den Profis gelingt, einen großen Ausverkauf am Goldmarkt zu arrangieren, werden die großen Spekulanten mittel Stopp Loss Orders Schritt für Schritt zum Verkauf ihrer Positionen gezwungen werden. Bislang kam es (noch) nicht dazu. Wir können davon ausgehen, dass der Goldpreis erst bei Kursen klar unterhalb vom letzten Tief bei 1.460 US-Dollar ins Rutschen kommen würde.

Alternativ müssen die kommerziellen Händler ihre Shortpositionen noch für einen längeren Zeitraum aussitzen. Aufgrund ihrer tiefen Taschen können sie das jedoch ohne Probleme über viele Monate.

Gold Sentiment Hedger Position 24.10.2019

Quelle: Sentimenttrader 

Insgesamt liefert der CoT-Report weiterhin ein klares Verkaufssignal. Allerdings ist der CoT-Report kein gutes Timing-Werkzeug, um kurzfristig Trendwenden zu erkennen. Oft können sich Kauf- oder Verkaufssignale vielmehr über einen längeren Zeitraum hinziehen, bevor der Markt dann tatsächlich in die entsprechende Richtung marschiert.

4. Sentiment Gold

Gold Sentiment - Optix 24.10.2019

Quelle: Sentimenttrader

 

Die aktuellen Sentimentdaten liefern ein eher ausgeglichenes bzw. fast neutrales Stimmungsbild für den Goldmarkt. So rangiert der Sentiment-Index von Sentimentrader mit 58 von 100 möglichen Punkten ziemlich in der Mitte der Stimmungsskala.

Zusammengefasst kommt die Sentimentanalyse aktuell zu einem neutralen Ergebnis. Im ganz großen Bild hingegen ist der Edelmetallsektor weit entfernt von der Euphorie, die wir in 2010 und 2011 gesehen haben. 

5. Saisonalität Gold

Gold Saisonalität 24.10.2019

Quelle: Sentimenttrader

Saisonal betrachtet steht der Goldpreis kurz vor dem Beginn der zweitbesten Phase des Jahres. Diese bullische Zyklik beginnt in der Regel Anfang/Mitte Oktober und hält bis Mitte/Ende Februar an.

Basierend auf dem Verlauf der letzten vierzig Jahre liefert der Analysebaustein Saisonalität auf Sicht der kommenden vier Monate grüne Vorzeichen und sollte den Goldpreis eher unterstützen. Erst ab dem Februar oder März 2020 dreht das saisonale Muster und liefert im Frühling meist rote Vorzeichen.

6. Bitcoin gegen Gold

Bitcoin in Gold 24.10.2019

Quelle: XE

Mit dem heutigen Mini-Crash beim Bitcoin unter 7.500 US-Dollar hat sich das Tauschverhältnis weiter zu Gunsten des Goldes verschoben. So kostet ein Bitcoin aktuell fünf Unzen Gold. Andersherum gesagt müssen sie derzeit knapp 0,20 Bitcoin für eine Unze Gold bezahlen.

Da das Abwärtsrisiko beim Bitcoin zunehmend ausgereizt sein dürfte (evtl. sind noch Kurse bis 6.200 US-Dollar möglich), scheint eine schrittweise Übergewichtung von Bitcoin gegen Gold langsam aber sicher sinnvoll.

Seit unserer Empfehlung von Ende Juni bzw. Anfang Juli, Gold gegen Bitcoin überzugewichten, hat sich die Lage jetzt ins Gegenteil verkehrt. Unterhalb von 8.200 US-Dollar befindet sich der Bitcoin nun in der Akkumulationsphase.

Grundsätzlich sollte man in beiden Asset-Klassen investiert sein. D.h. mindestens 10% und maximal 25% seines Gesamtvermögens sollte man in Edelmetalle (primär physisch) anlegen, während man in Kryptos und vor allem im Bitcoin mindestens 1% und maximal 5% halten sollte. Wer sich mit den Kryptowährungen und Bitcoin sehr gut auskennt, kann individuell sicherlich auch wesentlich höhere Prozentzahlen in Bitcoin allokieren. Für den normalen Anleger, der natürlich vor allem in Aktien und Immobilien investiert ist, sind 5% im hochspekulativen und hochvolatilen Bitcoin aber schon sehr viel.

7. Fazit und Empfehlung

Während die Nachrichtenagentur Bloomberg gestern die ersten Goldkäufe durch die deutsche Bundesbank seit 1998 meldet, bewegt sich der Goldpreis seit drei Wochen kaum vom Fleck.  Ganz kurzfristig betrachtet ist zunächst eine Fortsetzung der zähen Seitwärtsphase bis zum nächsten FED-Zinsentscheid das wahrscheinlichste Szenario. Dabei sollte sich in den kommenden Tagen weiter Druck aufbauen. 

Die enge Handelsspanne wird aber sicherlich nicht ewig anhalten, sondern sollte vielmehr mit einer scharfen Bewegung aufgelöst werden. Dabei ist deren Richtung zunächst unklar. Angesichts der bislang eher überschaubaren Korrektur in Verbindung mit dem nach wie vor intakten Aufwärtstrend sowie dem fehlenden parabolische Finale haben die Bullen aber die besseren Karten. Die erste Welle brachte den Goldpreis von 1.160 SU-Dollar bis auf 1.346 US-Dollar. Die zweite Welle lief von 1.265 US-Dollar bis auf 1.557 US-Dollar. Die dritte und dynamischste Welle in diesem Zyklus steht noch aus und könnte in den kommenden Monaten für ein parabolisches Finale sorgen.

Eine erste klare Indikation, dass die Rally tatsächlich weitergeht, liefern Kurse oberhalb von 1.510 US-Dollar. Gleichzeitig wären Kurse unterhalb von 1.480 US-Dollar zunehmend bärisch. Unterhalb von 1.460 US-Dollar dürfte der Goldpreis wie schon geschrieben gefährlich ins Rutschen kommen. 

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

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Autor: CelticGold.eu

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