21 Januar 2020

Bitcoin – Trendwende vollzogen

1) Rückblick

Seit unserer letzten Analyse vom 5.Dezember 2019 fiel der Bitcoin am 18.Dezember tatsächlich wie erwartet noch bis auf ein finales Tief bei 6.425 US-Dollar. Die genannte Marke von 6.500 US-Dollar wurde damit ziemlich genau erreicht.

Seit diesem finalen Ausverkauf konnten sich die Bitcoin Notierungen mittlerweile sehr deutlich erholen. In der Spitze wurden bereits 9.188 US-Dollar erreicht, was einem Anstieg von unglaublichen 43% in gerade einmal viereinhalb Wochen entspricht. Damit beweist der Bitcoin einmal mehr wie chancenreich und volatil die immer noch junge Assetklasse der Krypto-Währungen ist.

Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, war Bitcoin bereits im letzten Jahr eines der besten Investments. Obwohl sich die Preise in der sechsmonatigen Korrektur ab Ende Juni mehr als halbierten, blieb unterm Strich auf Jahressicht ein Plus von fast 93%! Weit abgeschlagen folgte auf Platz zwei Palladium mit einem Anstieg um fast 55%. 

Mitte Dezember herrschten daher trotz phänomenaler Jahresperformance Depression und Panik unter den Krypto-Investoren. Genau dieses extrem pessimistische Sentiment legte aber das Fundament für die fulminante Erholung der letzten Wochen. 

Insgesamt ist der Bitcoin damit hervorragend in das neue Jahr gestartet. Gleich zu Jahresbeginn wurde die seit Ende Juni etablierte Abwärtstrendlinie übersprungen, was einen direkten Anstieg bis zur 200-Tagerlinie (9.027 US-Dollar) nach sich zog.

 

2) Chartanalyse Bitcoin in US-Dollar

Bitcoin Wochenchart 20.1.20

Quelle: Tradingview

Auf dem Wochenchart hat der langjährige Aufwärtstrend im Dezember den Angriffen der Bären standgehalten. Mit drei langen Dochten signalisierten die Wochenkerzen bereits ab November deutlich steigende Nachfrage der Käufer bei Kursen unterhalb von 7.000 US-Dollar. Zum finalen Tief bei 6.425 US-Dollar kam noch eine positive Divergenz beim Stochastik Oszillator hinzu, denn der Indikator bestätigte das tiefere Tief nicht mehr. Insgesamt korrigierte der Bitcoin damit vom Hoch Ende Juni bei 13.880 US-Dollar bis zum Tief Mitte Dezember bei 6.425 US-Dollar um 54%. Seit diesem Tiefpunkt bei 6.425 US-Dollar konnten sich die Notierungen jedoch dynamisch erholen und den Abwärtstrendkanal nach kurzem Gefecht Anfang Januar schnell nach oben durchbrechen. Die scharfe Rally endete bislang an der altbekannten Widerstandszone 9.000 bis 9.300 US-Dollar. 

Der Blick auf den Wochenchart sollte nun klarmachen, dass der Bitcoin mit einem Stochastik-Kaufsignal im Rücken vermutlich bis zum Sommer direkt oder über Umwege die entscheidende Widerstandszone bei 12.500 bis 14.000 US-Dollar erneut ansteuern wird. Hier entschiedet sich dann das weitere Schicksal. Gelingt ein Anstieg über diese Zone, dürften die Notierungen schnell bis zum Allzeithoch um 20.000 US-Dollar weiterrennen. Damit wäre der Bullenmarkt wieder intakt und deutlich höhere Kurse wohl nur eine Frage der Zeit! Scheitert der Bitcoin hingegen ähnlich deutlich wie im Sommer des letzten Jahres im Bereich um das 61,8% Retracement bei 13.372 US-Dollar ist der Bärenmarkt immer noch nicht beendet. 

Zusammengefasst ist der Wochenchart ohne jede Frage bullisch! Bis zur überkauften Zone ist noch genügend Platz, so dass Bitcoin bis zum Sommer problemlos die Widerstandszone 12.500 bis 14.000 US-Dollar erreichen könnte. Gelingt auch hier der Ausbruch, fehlt zum Allzeithoch nicht mehr viel.

Bitcoin Tageschart 20.1.20

Quelle: Tradingview 

Auf dem Tageschart ist der Bitcoin in den letzten viereinhalb Wochen deutlich angestiegen und hat seine immer noch leicht fallende 200-Tagelinie (9.027 US-Dollar) erreicht. Dieser gleitende Durchschnitt dürfte zunächst eher als Widerstand agieren und könnte die Bemühungen der Bullen daher erstmal deckeln. Die überkaufte Stochastik spricht ebenfalls für Konsolidierungs- und Korrekturbedarf. 

Typischerweise könnte daher der gebrochene Abwärtstrendkanal in den kommenden Wochen nochmals von oben getestet werden. Je nachdem wie schnell Bitcoin jetzt korrigiert, sind in diesem Szenario nochmals Tiefstkurse bis maximal ca. 7.500 US-Dollar zu erwarten. Denkbar ist aber auch dass der Bitcoin bereits deutlich höher wieder Unterstützung findet und dreht. Ganz kurzfristig spricht vieles für einen Rücksetzer bis in den Bereich von ca. 8.150 US-Dollar.

In der Konklusion ist der Tageschart aktuell überkauft und mahnt daher zur Vorsicht und Geduld. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt dem bereits abgefahrenen Zug panisch hinterherzulaufen. Vielmehr sollten diejenigen, die die ideale Kaufzone zwischen 6.500 bis 8.000 US-Dollar im letzten Quartal nicht genutzt haben, in den kommenden Wochen gestaffelt zwischen 8.150 und 7.500 US-Dollar nach Einstiegen suchen.

3) Terminmarktstruktur Bitcoin

Bitcoin Terminmarkt 20.1.20

Quelle: Barchart 

Obwohl der Bitcoin Future erst seit dem 17.Dezember 2017 gehandelt wird, bietet der immer freitagabends veröffentlichte CoT-Report (Commitment of Trades) einen interessanten Überblick über die Positionierungen und ist in jedem Fall eine Hilfe bei der Analyse des Bitcoin Marktes. Dabei gilt das Augenmerk normalerweise vor allem extremen Konstellationen sowie der grundsätzlichen Positionierung des „professionellen Geldes“. Die Profis (auch Commercials genannt) sind beim Bitcoin Future bislang aber kaum aktiv, da es noch nicht viel Investmentprodukte gibt, welche über den Future gehedgt werden müssten.

Bei unserer Analyse hat sich in den letzten zwei Jahren vor allem die Untergruppe der sogenannten „Other Reportables“ mit einer sehr erfolgreichen antizyklischen Vorgehensweise hervorgetan. Die Gruppe der „Other Reportables“ wird im normalen CoT-Report gar nicht einzeln aufgelistet und repräsentiert alle meldepflichtigen Trader, die nicht einer der drei Gruppen der Produzenten, Swap Dealer oder Money Manager zugerechnet werden können. 

Die „Other Reportables“ haben in die Korrektur ab Ende Juni bis in den Dezember des letzten Jahres hinein nicht nur ihre hohe Shortposition eingedeckt, sondern sogar ihre kumulierte Positionierung insgesamt auf long gedreht. Somit waren sie zum Tiefpunkt Mitte Dezember voll investiert und konnten in den letzten vier Wochen bereits in die fulminante Rally hinein ihre Longposition wieder abbauen! Mit den am letzten Freitag gemeldeten Zahlen sind die „Other Reportables“ nun schon wieder 651 Kontrakte short. Sehr viel besser kann man den Bitcoin eigentlich gar nicht spielen. Ihre derzeitige Positionierung deckt sich mit der Erwartung, dass der Bitcoin Konsolidierungsbedarf hat und vermutlich zunächst irgendwie seitwärts zwischen ca. 8.000 und 9.000 US-Dollar handeln wird.

Insgesamt liefert die Analyse des aktuellen CoT-Reports ein kleines Warnsignal. Insbesondere da die kleinen Spekulanten (=Amateure) massiv auf der Longseite engagiert sind, während das „smart money“ bzw. die „Other Reportables“ leicht auf fallende Kurse positioniert sind.

4) Sentiment Bitcoin

Bitcoin Optix 20.1.20

Quelle: Sentimentrader

Bitcoin Sentiment 20.1.20

Quelle: Crypto Fear & Greed Index

Bitcoin Fear and Greed 20.1.20

Quelle: Crypto Fear & Greed Index

Mitte Dezember war die Stimmung aufgrund der fast sechs Monate währenden Korrektur im Sektor auf einen Tiefststand gefallen. Sowohl der Bitcoin Optix von Sentimentrader als auch der wesentlich ausführlichere „Fear & Greed Index“ lieferten zu diesem Zeitpunkt antizyklische Kaufsignale. Der Tiefststand beim „Fear & Greed Index“ wurde exakt am 18.Dezember mit Werten von 15 gesehen. Wieder einmal hat sich die Sentimentanalyse damit als Königsdisziplin erwiesen. Gerade im extrem schwankungsintensiven Krypto-Sektor werden charttechnische Marken gerne überrannt. Signifikante Angst- und Panikzustände unter der Mehrzahl der Marktteilnehmer hingegen liefern jedoch wie in allen anderen Märkten hervorragende antizyklische Kaufchancen. 

Nach dem starken Anstieg der letzten Wochen liegt nun ein leicht zu optimistisches Stimmungsbild vor. Auf Grundlage der Sentimentanalyse empfiehlt sich daher momentan eher eine abwartende Haltung. Geht man im größeren Bild jedoch davon aus, dass das Pendel meist von einem Extrem zum anderen Extrem schwingt, wäre es bis zu einem überschäumenden Optimismus bzw. bis zu einer irrationalen Gier noch ein weiter Weg nach oben. D.h. kurzfristig ist etwas Vorsicht angeraten, mittel- und langfristig hat der Bitcoin aus der Sentiment-Perspektive heraus erhebliches Anstiegspotenzial.

5) Saisonalität Bitcoin

Bitcoin Saisonalität 20.1.20

Quelle: Seasonax

Mit dem fulminanten Start ins neue Jahr ist der Bitcoin seinem über neun Jahre etablierten saisonalen Muster aktuell recht deutlich vorneweg gelaufen. Statistisch betrachtet kam es in den ersten drei bis vier Monaten hingegen meist zu einer Seitwärtsphase. Erst ab Mitte April setzt sich dann im Durchschnitt ein starker Aufwärtstrend durch. 

Übertragen auf die aktuelle Situation, könnte die derzeit überkaufte Lage mit einer mehrwöchigen Seitwärts-Konsolidierung zunächst abgebaut werden. Ab März oder April wäre dann mit der nächsten Aufwärtswelle zurechnen. Negative Signale liefert die Saisonalität erst ab Mitte/Ende Juni.

Die saisonale Komponente ist bis Anfang/Mitte April zunächst neutral.

6) Bitcoin gegen Gold

Bitcoin in Gold 20.1.20

Quelle: XE 

Derzeit kostet ein Bitcoin 5,55 Unzen Gold. Andersherum gerechnet muss man für eine Unze Gold aktuell 0,179 Bitcoin bezahlen! Insgesamt hat Gold in den letzten sechs Monaten deutlich gegen den Bitcoin aufgewertet! Seit Jahresbeginn hingegen ist ein Bitcoin bereits um 0,7 Unzen Gold teurer geworden! Damit läuft das Bitcoin/Gold-Ratio im großen Bild in ein Dreieck hinein. In welche Richtung dieses riesige Dreieck aufgelöst wird, lässt sich aktuell noch nicht seriös vorhersagen. Wichtig ist aber, dass man sich dieser Konstellation bewusst ist. Denn sobald sie aufgelöst wird, dürfte eine der beiden Assetklassen gegen die andere dramatisch aufwerten.

Grundsätzlich sollte man in beiden Asset-Klassen investiert sein. D.h. mindestens 10% und maximal 25% seines Gesamtvermögens sollte man in Edelmetalle (primär physisch) anlegen, während man in Kryptos und vor allem im Bitcoin mindestens 1% und maximal 5% halten sollte. Wer sich mit den Krypto-Währungen und Bitcoin sehr gut auskennt, kann individuell sicherlich auch höhere Prozentzahlen in Bitcoin allokieren. Für den normalen Anleger, der natürlich vor allem in Aktien und Immobilien investiert ist, sind 5% im hochspekulativen und hochvolatilen Bitcoin aber schon sehr viel. Sollte das Dreieck zugunsten des Bitcoins aufgelöst werden, empfiehlt sich eine höhere Bitcoin-Gewichtung.

7) Fazit und Empfehlung 

Die Ende Juni 2019 begonnene Korrektur beim Bitcoin dürfte höchstwahrscheinlich beendet sein. Übergeordnet sind nun die Bullen wieder am Zug und könnten die Bitcoin-Notierungen bis zum Sommer problemlos bis an die entscheidende Widerstandszone zwischen 12.500 und 14.000 US-Dollar treiben. Auch höhere Kurse sind angesichts der Dynamik im Sektor grundsätzlich denkbar. Die ideale Einstiegschance liegt aber bereits hinter uns. Eventuell kommt es in den nächsten Wochen nochmal zu einem Ausatmen und leicht tieferen Kursen. Wird der ehemalige Abwärtstrendkanal von oben getestet, sind Kurse im Bereich um 7.500 US-Dollar denkbar. Handelt es sich hingegen bereits um einen starken Bullenmarkt, dürfte es maximal zu einem Rücksetzer bis in den Bereich um 8.150 US-Dollar kommen.

Insgesamt macht der Bitcoin einen extrem starken und vielversprechenden Eindruck. Jeder etwas deutlichere Rücksetzer ist vermutlich eine Kaufchance. Langfristig sind unter den gegebenen Umständen neue Allzeithochs in Richtung 30.000 US-Dollar plus X zu erwarten.

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

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Das Krypto Handelsvolumen hat zum Ende 2019 in etwa 50% zugelegt, besonders stark gehandelt wurden in Reihenfolge: Bitcoin, Monero, Waves, Litecoin und Ripple.

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