5 November 2019

Bitcoin – Die Kaufzone hat gegriffen

1. Rückblick

Seit dem Jahreshochpunkt bei 13.887 US-Dollar am 26.Juni 2019 sind die Preise für einen Bitcoin in den letzten vier Monaten unterm Strich deutlich zurückgekommen. Dabei verlief die Korrektur den Sommer über in einem absteigenden Dreieck und zunächst eher schleppend. Erst als die Unterstützung bei 9.150 US-Dollar in der letzten Septemberwoche dem zunehmenden Druck der Bären nicht mehr standhalten konnte, rutschten die Kurse zügig eine Etage tiefer. 

Letztlich erreichte der Bitcoin am 23.Oktober mit 7.335 US-Dollar den bisherigen Tiefpunkt der Abwärtswelle und damit das 61,8% Retracement der vorangegangenen Aufwärtswelle. Genau in dieser Preisregion verlief aber auch die Aufwärtstrendlinie, welche den Bitcoin im Februar und März langsam, aber sicher auf den Weg nach oben hievte. Zusammen mit der technisch stark überverkauften Lage kam es daher am 25. und 26.Oktober zu einem massiven Short-Squeeze, welcher den Bitcoin zwischenzeitlich aus dem Stand in zwei Wellen bis auf 10.475 US-Dollar nach oben pushte. Insgesamt explodierte der Bitcoin in kürzester Zeit um knapp 40%. Auch andere Kryptowährungen wie Ethereum oder Litecoin konnten zweistellig zulegen.

Seitdem hat sich die Lage allerdings wieder deutlich beruhigt und der Bitcoin konsolidierte seine Kurskapriolen in den letzten zehn Tagen klar unterhalb der psychologischen Marke von 10.000 US-Dollar mit einer Seitwärtsbewegung.

2. Chartanalyse Bitcoin in US-Dollar

Bitcoin Wochen Chart 5. November 2019

Quelle: Tradingview

 

Auf dem Wochenchart bewegt sich der Bitcoin einerseits seit Anfang Februar im übergeordneten Aufwärtstrendkanal. Die Unterkante wurde mit dem Ausverkauf Mitte Oktober erfolgreich auf Unterstützung getestet. Gleichzeitig steckt der Bitcoin aber seit Ende Juni auch in einem Abwärtstrendkanal, welcher trotz der zuletzt dynamischen Erholung noch nicht nachhaltig verlassen werden konnte. 

Positiv ist das eindeutige Kaufsignal des Stochastik Oszillators, welches auf Sicht der kommenden Monate eigentlich für höhere Preise sorgen sollte. Dazu muss der Bitcoin aber nicht nur den Abwärtstrendkanal überwinden, sondern auch die Widerstandszone um 9.100 -9.400 US-Dollar. Diese Zone bot im Sommer noch Halt, jetzt ist sie zum Widerstand mutiert.

Insgesamt macht der Wochenchart über die letzten 11 Monate keine schlechte Figur. Dennoch sorgt erst ein Ausbruch über das Juni-Hoch für eine klare Indikation, dass der Bärenmarkt bzw. der Crypto-Winter tatsächlich ausgestanden sind. Dem Juni-Hochpunkt um 13.800 US-Dollar kommt also entscheidende Bedeutung zu. Auf der Unterseite muss der Aufwärtstrend (aktuell ca. 7.750 US-Dollar) halten. Gelingt dies nicht, werden die Bären den Bitcoin in Richtung der starken Unterstützungszone um 6.200 US-Dollar drücken. 

Bitcoin Tageschart 5.11.2019

Quelle: Tradingview

Der Tageschart fängt den erratischen Short-Squeeze vom 25. und 26.Oktober gut ein. Bislang kommt es im Anschluss zu einer Seitwärtsbewegung innerhalb der Widerstandszone zwischen 9.100 bis 9.400 US-Dollar und oberhalb der steigenden 200-Tagelinie (9.127 US-Dollar). Kann dieser wichtige Durchschnitt verteidigt werden, dreht sich der Bias zunehmend auf bullisch. Dabei steht der Stochastik Oszillator weiteren Anstiegen noch nicht im Wege. Nächstes Kursziel auf der Oberseite wäre die mittlere Trendlinie des Aufwärtstrendkanals (aktuell ca. 10.800 US-Dollar). Ein Anstieg bis dorthin hellt die Lage weiter auf und erhöht auch die Chancen auf einen mittelfristigen Angriff auf die Widerstandszone zwischen 12.400 und 13.800 US-Dollar.

Denkbar wäre aber natürlich auch, dass die Bullen zunächst um 9.400 US-Dollar scheitern und die Notierungen zügig wieder zurückfallen. Abgesehen davon, dass dies der nur im Crypto-Sektor vorkommenden „Bart Simpson Formation“ entspräche (kein Witz!), wäre ein zweiter Test der Aufwärtstrendlinie durchaus realistisch. Sollte es dazu kommen, würde sich vermutlich nochmals eine Kaufchance unterhalb von 8.200 US-Dollar ergeben.

Zusammengefasst konsolidiert der Tageschart derzeit den Short-Squeeze. Bislang hat dieser die Lage noch nicht nachhaltig verändert, denn der Abwärtstrendkanal ist noch intakt. Nur wenn den Bullen der Befreiungsschlag mit nachhaltigen Kursen oberhalb von 9.500 (besser 10.000) US-Dollar gelingt, kann vom Ende des viermonatigen Abwärtstrends ausgegangen werden. Wie auch immer sich die Dinge hier entwickeln werden, zwischen 6.200 und 8.200 US-Dollar befindet sich für den Bitcoin meine Akkumulationszone.

3. Terminmarktstruktur Bitcoin

Bitcoin Terminmarkstruktur 5 November 2019

Quelle: Barchart

Am Terminmarkt für den Bitcoin hat in den letzten Wochen laut dem aktuellen CoT-Report eine positive Verschiebung stattgefunden. Dabei hat die in diesem Jahr sehr erfolgreich handelnde Gruppe der „Other Reportables“ in den letzten vier Wochen in die fallenden Kurse hinein wieder eine kleine Long-Position aufgebaut. Diese Position ist zwar im Vergleich zu Ende März noch nicht sehr groß, zeigt aber an, dass diese Händlergruppe den Bitcoin in schwache Kurse hinein kauft. Letztlich geht das Setup in die richtige Richtung, ist aber noch lange nicht ideal für eine neue große Aufwärtsbewegung im gesamten Sektor. Vielmehr wären evtl. erst noch tieferer Kurse notwendig, bis die Long-Position der „Other Reportables“ ein ähnliches Niveau wie im Frühling erreicht haben wird.

Folgt man der Gruppe der „Other Reportables“ ist das Risiko nach unten zwar überschaubar, die Korrektur beim Bitcoin müsste aber vermutlich noch nicht ganz ausgestanden sein. Sollten die Bitcoin-Notierungen weiter oder erneut in unsere Akkumulationszone zwischen 6.200 und 8.200 US-Dollar eindringen, wird sich der CoT-Report weiter verbessern.

4. Sentiment Bitcoin

Bitcoin Optix 5. November 2019

Quelle: Sentimentrader

Quelle: Crypto Fear & Greed Index

Der fulminante Short-Squeeze vor über einer Woche sorgte für ein vorübergehendes Stimmungshoch im Crypto-Sektor. Insbesondere der Bitcoin Optix von Sentimentrader lieferte aufgrund des steilen Kursanstieges ein antizyklisches Verkaufssignal, denn es wurden zu hohe Optimismuswerte gemessen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam der wesentlich fundiertere „Fear & Greed Index“, wobei hier der Ausschlag nach oben bei weitem nicht so extrem ausfiel.

Zusammengefasst kann das Sentiment derzeit mit „etwas zu optimistisch“ beschrieben werden, ohne dass jedoch ein Verkaufssignal vorliegen würde. Für die nächste antizyklische Einstiegschance hingegen wäre eine gewisse Panik notwendig, von der momentan aber nichts zu sehen ist. Vermutlich würde ein erneuter Abfall in Richtung 8.000 US-Dollar bereits dafür sorgen.

5. Saisonalität Bitcoin

Bitcoin Saisonalität 5. November 2019

Quelle: Seasonax

 

Basierend auf der Auswertung der letzten neun Jahre hat sich für den Bitcoin ein doch recht eindeutiges saisonales Muster entwickelt. Statistisch betrachtet fällt dabei das 4.Quartal in der Regel positiv aus.

Für den laufenden Monat November liefert die Saisonalität damit ein Kaufsignal.

6. Bitcoin gegen Gold 

Bitcoin in Gold 5.11.2019

Quelle: XE

Derzeit kostet ein Bitcoin 6,17 Unzen Gold. Andersherum gerechnet muss man für eine Unze Gold aktuell 0,16 Bitcoin bezahlen! Insgesamt hat Gold gegen Bitcoin in den letzten vier Monaten um über 31% gegen den Bitcoin aufgewertet. 

Auch im großen Bild befindet sich der Bitcoin gegen Gold in einem Abwärtstrend, denn das Hoch des Bitcoin/Gold-Ratios in diesem Sommer lag deutlich unterm Hoch vom Dezember 2017. Solange sich das Ratio oberhalb von 5 Unzen pro Bitcoin halten kann, ist die Crypo-Welt aber (noch) in Ordnung. Unterhalb dieser Unterstützungszone konnte sich das Ratio schnell nochmals halbieren, denn erst im Bereich um 2,5-3 wartet wieder eine Unterstützung.

Grundsätzlich sollte man in beiden Asset-Klassen investiert sein. D.h. mindestens 10% und maximal 25% seines Gesamtvermögens sollte man in Edelmetalle (primär physisch) anlegen, während man in Kryptos und vor allem im Bitcoin mindestens 1% und maximal 5% halten sollte. Wer sich mit den Kryptowährungen und Bitcoin sehr gut auskennt, kann individuell sicherlich auch höhere Prozentzahlen in Bitcoin allokieren. Für den normalen Anleger, der natürlich vor allem in Aktien und Immobilien investiert ist, sind 5% im hochspekulativen und hochvolatilen Bitcoin aber schon sehr viel.

7. Fazit und Empfehlung

Die Preise für einen Bitcoin sind in den letzten Monaten wie erwartet deutlich zurückgekommen. Meine genannte Kaufzone zwischen 6.200 und 8.200 US-Dollar hat bereits mehrmals eine Kaufchance geliefert. Wer seine Kaufaufträge gestückelt und limitiert über diese Zone verteilt hatte, sollte aktuell mit ungefähr die Hälfte der geplanten Gesamtposition investiert sein. Bei einem Durchschnittskaufkurs von 7.850 US-Dollar liegt diese halbe Position derzeit ungefähr 18,5% im Plus. Angesichts der nach wie vor unklaren Lage beim Bitcoin sowie der Möglichkeit, dass der Bärenmarkt immer noch nicht ausgestanden ist, bleiben die noch nicht ausgeführten weiteren Kauforders zwischen 6.200 und 7.400 US-Dollar gültig.

Insgesamt gibt der scharfe Short-Squeeze Anlass zu Misstrauen, denn derartige Bewegungen sind eher typisch für einen Bärenmarkt! Solange die Bullen nicht nachhaltig über 10.000 US-Dollar vorankommen, sind erneute Rückschläge und Tiefstkuse bis ca. 6.200 US-Dollar nicht auszuschließen. Dennoch bleibt es bei der grundsätzlichen Empfehlung jede Schwäche zwischen 6.200 und 8.200 US-Dollar schrittweise für Zukäufe zu nutzen. 

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

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Autor: CelticGold.eu

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