12 Juli 2019

Bitcoin – ABC-Korrektur oder direkt auf neue Hochs?

1. Rückblick 

Seit dem Tief am 15.Dezember 2018 bei 3.127 US-Dollar gelang dem Bitcoin nach anfänglichen Schwierigkeiten in den letzten Monaten eine spektakuläre Erholung. Mit dem am 26.Juni 2019 erreichten Hoch bei 13.887 US-Dollar konnte sich die wichtigste und größte Krypto-Währung in einem halben Jahr mehr als vervierfachen!

In den letzten zweieinhalb Wochen kam es daraufhin zunächst zu einem scharfen Rücksetzer bis auf 9.620 US-Dollar sowie einem erneuten Anstieg bis auf 13.195 US-Dollar, womit aber der Hochpunkt vom Juni bislang verfehlt wurde.

 2. Chartanalyse Bitcoin in US-Dollar

Bitcoin Chart

Quelle: Tradingview

Auf dem Wochenchart ist der wilde Ritt des Bitcoins gut zu erkennen. Zwar sind die Ausschläge in beide Richtungen gewaltig, letzten Endes schreitet der Bitcoin bislang aber offensichtlich unaufhaltbar immer weiter nach oben.

Mit der kürzlich erreichten Preisspitze bei 13.887 US-Dollar wurde etwas mehr als 61,8% der vorangegangenen Abwärtswelle wieder aufgeholt. Gleichzeitig wurde damit eine natürliche Widerstandszone erreicht, an der versierte Adressen mit Sicherheit Gewinne mitgenommen haben und ihre Long-Positionen zunächst verkleinert haben.

Im großen Bild ist die scharfe Erholung der letzten Monate ohne Frage bullisch. Wird das Hoch bei 13.887 US-Dollar überwunden, sind zunächst 15.000 US-Dollar und dann auch das Allzeithoch um 20.000 US-Dollar realistische und evtl. noch in diesem Jahr erreichbare Kursziele.

Setzt sich das Verkaufssignal bei dem Stochastik Oszillator hingegen durch, wäre eine längere Seitwärtskonsolidierung auf hohem Niveau oder ein scharfer Rücksetzer in Richtung von 7.000 – 8.000 US-Dollar zu erwarten. Der Wochenchart ist ohne Frage überkauft und benötigt eigentlich eine Abkühlung. Oberhalb von 6.000 US-Dollar und insbesondere oberhalb von 9.000 US-Dollar bleiben die Bullen aber am Drücker!

Bitcoin Chart 2

Quelle: Tradingview

Auf dem Tageschart ist die mehrmonatige Aufwärtsbewegung zuletzt ins Stocken geraten. Seit dem Hochpunkt bei 13.887 US-Dollar vor zweieinhalb Wochen korrigiert der Bitcoin den starken Anstieg, wobei noch nicht klar ist, ob das Tief bei 9.620 US-Dollar bereits den tatsächlichen Tiefpunkt dieser Korrektur darstellt. Aufgrund der dreiteiligen Erholungswelle bis auf 13.195 US-Dollar und dem anschließenden scharfen Abverkauf könnte es sich auch um eine ABC-Korrektur handeln. In diesem Fall wären jetzt die Punkte A und B definiert. Das finale Tief bei C könnte dann erst im Bereich der Unterstützungszone zwischen 8.800 und 9.200 US-Dollar zu finden sein. Alternativ fängt das untere Bollinger Band (10.250 US-Dollar) die Kurse aber bereits auf.

Nach dem klaren Verkaufssignal vor zweieinhalb Wochen bewegt sich der Stochastik-Oszillator mittlerweile in neutralen Gefilden und liefert derzeit keine eindeutige Aussage. Das niedrigere Preis-Hoch (13.195 US-Dollar) wird vom Oszillator jedenfalls bestätigt. 

Ungünstig ist zudem der große Abstand zur 200-Tagelinie (5.820 US-Dollar). Diese steigt zwar steil an, verläuft aber meilenweit unterhalb des aktuellen Preisgeschehens. Auch wenn in der Kryptowelt vieles sehr viel schneller über die Bühne geht, gelten doch die Gesetze der Schwerkraft. Insofern mahnt der große Abstand schon zur Vorsicht. 

Insgesamt gibt der Bitcoin kurzfristig ein eher angeschlagenes Bild ab. Natürlich würde ein Kursanstieg von „nur“ 2.000 US-Dollar die Lage sofort wieder auf super bullisch ändern. Bislang wiegt der erfolgte Abverkauf aber schwer. Die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung könnte sich daher erstmal deutlich verzögern. Ein Umweg über ca. 9.000 US-Dollar und im Extremfall sogar 7.000 US-Dollar sollte einkalkuliert werden.

3. Terminmarktstruktur Bitcoin

Bitcoin Chart Terminmarkt

Quelle: Barchart

Der Bitcoin wird seit dem Dezember 2017 auch an den Terminmärkten gehandelt. Das damalige Hoch um 20.000 US-Dollar kam just am ersten Handelstag des Future-Kontraktes zustande. Ein Schelm wer dabei Böses denkt…! 

Generell nutzen insbesondere große Spieler die Terminmärkte für ihre Spekulationen. Am Gold- und Silberterminmarkt kennt man das Spielchen zwischen den kommerziellen Händler (Banken, Produzenten, Smart Money) und den großen trendfolgenden Spekulanten (Hedge Fonds etc.) zur Genüge. Für den Bitcoin Markt hingegen stehen bislang nur wenige Datenreihen zur Analyse zu Verfügung.

Auffällig ist, dass vor allem die kleinen Spekulanten (also meldepflichtigen privaten Händler und Trader) seit dem Frühling ihre Long-Position konsequent in den Anstieg immer weiter ausgebaut haben, während die großen Hedgefonds/Spekulanten die Gegenseite dazu eingenommen haben. Die kommerziellen Händler sind bislang nicht sonderlich stark am Bitcoin-Terminmarkt aktiv, da es noch nicht so viele Produkte und damit Positionen gibt die sie über den Terminmarkt absichern müssten. 

Aus antizyklischer Sicht perfekt für die Bitcoin-Rally positioniert war allerdings die Gruppe der „Other Reportables“, welche im normalen Cot-Report so gar nicht einzeln aufgelistet wird. Diese Gruppe war zum Beginn der Rally im April sehr stark auf der Longseite positioniert und ist im Laufe der letzten Monate massiv auf die Shortseite gewechselt. Sollte diese Gruppe Recht behalten, stehen dem Bitcoin in den kommenden Wochen und Monaten tiefere Kurse ins Haus.

4. Sentiment Bitcoin

Bitcoin Fear and Greed

Quelle: Crypto Fear & Greed Index

 

Bitcoin Fear and Greed

 

Quelle: Crypto Fear & Greed Index

Der letzte Extrempunkt beim Sentiment liegt mittlerweile über sieben Monate zurück. Damals war die Stimmung miserabel nachdem der Preis für einen Bitcoin von fast 20.000 US-Dollar bis auf 3.125 US-Dollar innerhalb von 12 Monaten in den Abgrund gestürzt war. Der Bitcoin wurde nur noch totgeschwiegen und bullische Marktteilnehmer gab es so gut wie gar keine nicht mehr. Das war der ideale antizyklische Ausgangspunkt für eine starke Erholung.

Aktuell hat der Bitcoin aufgrund des fast schon parabolischen Anstiegs im Juni wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit gewonnen und das Thema gelangt zunehmend in den Mainstream. Damit nimmt die Anzahl der Nachrichten, die über den steilen Anstieg berichten deutlich zu. Ebenso ist die Anzahl der Twitter-Nachrichten klar gestiegen. Dadurch zieht das Interesse der unbedarften und unerfahrenen Anleger naturgemäß ebenfalls an. Diese treibt die Sorge um,  den nächsten großen Anstieg zu verpassen. Diese Gruppe von „Greenhorns“ taucht in der Regel immer erst in der Nähe von wichtigen Hochpunkten auf.

Allerdings hatte der Bitcoin zuletzt beim Hoch um 13.880 US-Dollar sicherlich noch nicht derartige Euphorie-Spitzenwerte wie im Dezember 2017 erreicht. Ein von blinder Gier getriebener Kaufrausch ist (noch) nicht feststellbar. Gleichzeitig ist die derzeitige Stimmung für einen Antizykliker sicherlich zu optimistisch. Das Setup fühlt sich eher wie an einem Zwischenhoch an. 

Interessanterweise ist der „Fear & Greed Index“ durch den Kurssturz von 13.887 US-Dollar auf 9.620 US-Dollar bereits deutlich zurückgekommen, so dass das Abwärtsrisiko ungeachtet der typischen Bitcoin-Vola doch überschaubar bleiben dürfte. Kann das kürzlich erreichte Hoch bei 13.800 US-Dollar überwunden werden, könnte der Bitcoin jedoch wieder in eine Übertreibungsphase übergeben. Dann sind zwar einerseits nochmals krasse Kurssteigerungen denkbar, andererseits wird so ein Anstieg im Anschluss wieder mit einer bitteren Korrektur bestraft werden. 

5. Saisonalität Bitcoin

Bitcoin Saisonalität

Quelle: Seasonax

Auch wenn der zur Auswertung vorhandene Zeitraum beim Bitcoin mit gerade einmal 10 Jahren relativ kurz ist, ergibt sich doch ein relativ klares Bild was den typischen saisonalen Kursverlauf anbelangt. Aufgrund der exorbitant großen Kursausschwünge kann sich dieses Muster allerdings innerhalb eines Jahres auch wieder erheblich verändern.

Im laufenden Jahr hat sich der Bitcoin bislang jedenfalls mustergültig am saisonalen Zyklus orientiert. Demnach würde auf das kürzlich erreichte Top bei 13.887 US-Dollar nun eine bis in den Oktober hinein reichende Abwärtswelle folgen. Das 4.Quartal müsste dann wieder runter grünen Vorzeichen stehen und sollte eine erneute Aufwärtsbewegung mit sich bringen.

6. Bitcoin gegen Gold

 

Bitcoin vs Gold

Quelle: XE

 

Derzeit kostet ein Bitcoin mehr als 8,3 Unzen Gold. Im langfristigen Vergleich nähert sich das Verhältnis wieder den Spitzenwerten aus dem 4.Quartal in 2017. Andersherum gerechnet muss man für eine Unze Gold aktuell „nur noch“ 0,12 Bitcoin bezahlen! 

Die günstige Gold-Bewertung in Bitcoin spricht derzeit für einen Tausch von Bictoins ins Gold. Grundsätzlich sollte man natürlich in beiden Asset-Klassen investiert sein. Bitcoin erscheint momentan aber eher überbewertet, während der Goldpreis gerade auch aufgrund des erfolgreichen Ausbruchs aus einer sechsjährigen Bodenbildung auf Sicht von 6 bis 24 Monaten vermutlich mehr Potenzial hat!

7. Fazit und Empfehlung

Nach einer starken Erholungsrally mehren sich die Zeichen, dass der Bitcoin erstmal eine Verschnaufpause benötigt. Grundsätzlich könnte der Bitcoin aufgrund seiner „wilden und freien Natur“ sowie der schon wieder deutlich abgekühlten Stimmungswerte seinen Höhenflug jederzeit fortsetzen. Das Risiko steht aber auf dem aktuellen Niveau zumindest aus der kurzfristigen Perspektive in keinem günstigen Verhältnis zur Chance. Anleger sollten daher Geduld walten lassen und erst den nächsten größeren Rücksetzer in den Bereich 7.000 bis 9.000 US-Dollar zu neuen Käufen nützen.

Wer einen Teil seiner deutlich gestiegenen Bitcoins diversifizieren möchte, macht mit einem Tausch in physisches Gold zum aktuellen Kurs von 0,12 BTC für eine Feinunze Gold sicherlich keinen Fehler!

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte

www.midastouch-consulting.com

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Quelle: www.celticgold.eu

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Autor: celticgold.eu

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